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Entfernung 01
   Quelle: MEV-Verlag
Entfernung von Mikroplastik

Aktuell beschränkt sich die Auswahl an gezielt für die Entfernung von Kunststoffabfällen und Mikroplastik einsetzbaren Methoden auf das in der Entwicklung befindliche Ocean Cleanup Array-Verfahren. Beim OCA-Verfahren werden an bzw. nahe der Wasseroberfläche befindliche Kunststoffteile erfasst, wobei diese mittels schwimmender Fangarme an Schlüsselstellen in den Ozeanen aufgefangen, gesammelt und zurück an Land befördert werden (theoceancleanup.com).

Weitere Maßnahmen konzentrieren sich in Zusammenhang mit der Entfernung von Mikroplastik primär auf eine langfristige Vermeidung von Mikroplastik in Haushalten. Dem wird von der Industrie durch eine freiwillige Selbstverpflichtung zum Verzicht auf sogenannte Microbeads, zumeist kugelförmiges, industriell hergestelltes Mikroplastik, welches in Kosmetika eingesetzt wird, entsprochen (greenpeace.org).

Durch das Waschen synthetischer Textilien wie Funktionsbekleidung (z. B. Fleece) gelangen Mikroplastikfasern in den Wasserkreislauf. Hierfür steht zurzeit noch keine Lösung, etwa ein eingebauter Waschmaschinenfilter für Mikropartikel, zur Verfügung. Somit strömen emittierte Mikrofasern letztlich weiter in die Kläranlagen. Hier entscheiden die Reinigungsstufen der Anlage darüber, ob ein Rückhalt von Mikrofasern und anderen Mikrokunststoffen stattfindet. Wobei das Strömungsverhalten und der Abscheidegrad von Mikroplastik in Kläranlagen noch weitestgehend unerforscht sind. Die Kläranlage ist einfach betrachtet ein Filtersystem, welches Mikroplastik lediglich so gut abscheidet, wie es für diesen Zweck konstruiert wurde. Letzten Endes entscheiden somit Aufbau und Technik einer Kläranlage über den Grad der Entfernung von Mikroplastik. Beispielsweise ist ein Tuchfilter als vierte Reinigungsstufe zur Abscheidung von Mikroplastik geeignet (siehe auch Mikroplastik und Kläranlagen). Die vierte Reinigungsstufe ist allerdings nicht Bestandteil jeder Kläranlage.

Die Rolle von makroskopischen Kunststoffabfällen als Quelle von Mikroplastik findet bisher noch nicht die notwendige Berücksichtigung. Seeseitige Abfälle entstehen in erster Linie durch die Berufsschifffahrt, Kreuzfahrtschiffe, Transportverluste und Fischerei. Landseitiger und in Binnengewässern auftretender Kunststoff hat seinen Ursprung primär in Tourismusabfällen, Produktionsrückständen und Mülldeponien (umweltbundesamt.de).

Mikroplastik im Wasserkreislauf kann durch ein Zusammenspiel aus der Vermeidung von Kunststoffpartikeln in Produkten des täglichen Lebens sowie durch die Aufrüstung von Kläranlagen reduziert werden. Die seeseitigen oder in Küstenregionen aufkommenden Kunststoffabfälle bedürfen allerdings einer umfassenderen Reduktionsstrategie. Zu klären sind besonders die potenziellen Auswirkungen sinkfähiger Kunststoffabfälle auf die jeweiligen Ökosysteme und angesichts der vorhandenen »Müllteppiche« in Atlantik und Pazifik ebenso die Wirkung der bereits auf dem Meeresboden befindlichen Bestandteile.



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Ansprechpartner:

Ralf Bertling

ralf.bertling

pfeil Kontakt

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pfeil Kläranlagen versus 
    Mikroplastik (www.labo.de)
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pfeil Pressemitteilung: 
   Thementisch Mikroplastik 
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